Sonntag, 10. April 2011

Streuselkuchen mit Obst


Ihr Lieben, der Frühling hat sich in Köln wohl häuslich niedergelassen. Zumindest entsteht der Eindruck, weil schon seit einigen Tagen beständig die Sonne scheint. Wie schön ... und gleich tobt das pralle Leben auf den Strassen, viele Frauen ziehen Schuhe an, bei denen ich beim Zusehen Frostbeulen bekomme, die ersten haarigen Männerbeine sind zu sehen und jeder zweite hat eine Eistüte in der Hand.
Auch ich kann mich dem Einfluss der Sonne nicht entziehen, gebe ich zu, denn ich verspüre den dringenden Appetit auf Obstkuchen. Ein klares Anzeichen für die warme Jahreszeit.
Diese Woche gibt es also keinen Schokokuchen sondern statt dessen einen Streuselkuchen mit Pflaumen und Cremefüllung. Ich habe allerdings heute gar keine Lust, viele Worte über die Herstellung zu verlieren, die sowieso einfach und im Grunde alleine durch die Bilder nachzuvollziehen ist, ich möchte euch lieber von zwei netten Begebenheiten erzählen, die ich in den letzten Tagen erlebt habe.

Eine kleine Anmerkung aber noch zu den kleinen Tarteförmchen, in denen ich den Kuchen gebacken habe: Sind die nicht süß?? Putzig, oder? Fand ich auch und die frühlingshaften Farben haben dann den Ausschlag gegeben. Nicht dass das für Kuchenformen wirklich wichtig wäre, aber als ich die so bei Tchibo in der Hand hatte, konnte ich im Geiste schon sehen, wie ich lächelnd mit einem frisch gebackenen Kuchen in unserer Küche stehe, die Sonne strahlt durch die Fenster (Staub gibt es natürlich nicht) und irgendwelche netten Leute kommen von überall her angelaufen und sagen Sätze wie "Das riecht ja lecker, kann ich auch ein Stück haben?" oder "Wie köstlich, ich habe gleich eine Kanne Kaffee mitgebracht". Statt dessen auf einmal eine Stimme neben mir "'Tschuldigung, kann ich grad mal an die Eierbecher?!"
Naja, gekauft habe ich sie trotzdem.


Wovon ich aber eigentlich erzählen wollte, ist die Begegnung mit einer Schrebergärtnerin vor wenigen Tagen. Ich habe mir kürzlich ein neues Objektiv zugelegt, das ich gerne ausprobieren wollte und bei uns in der Nähe gibt es einen kleinen Park von dem aus mal durch eine Schrebergartenkolonie in einen weiteren Park kommt. Ich war guter Dinge, dass ich im Park oder bei den Schrebergärten ein paar Motive finde, an denen ich ein bißchen mit den Einstellungen rumprobieren kann. Während ich also vor dem Tor einer Schrebergartenparzelle kniete und gerade dabei war, ein paar Tulpen (glaube ich) zu fotografieren, sehe ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung auf mich zukommen. 


Die Schrebergärtnerin war "zu Hause". Das habe ich zunächst gar nicht gesehen und daher gleich mal drauflosfotografiert. Ich habe der Dame also erzählt, dass ich mit einem neuen Objektiv Probeaufnahmen mache usw. und sie hat sich sehr gefreut, dass ich mich dafür für ihre Blumen entschieden habe und mir gleich eine Blüte geschenkt. Ist das nicht nett? Vielleicht ist die Dame ja immer so nett, aber ich habe den Eindruck, dass das schöne Wetter hilft, die gute Laune wieder zu entdecken und gleich mal auf die Welt loszulassen. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut und die Blüte vorsichtig nach Hause getragen, damit ich sie euch auf einem Foto zeigen kann.


Die zweite interessante Begegnung hatte ich gestern, allerdings war diese nicht so kommunikativ. Wir waren gestern wie alle anderen auch in der Stadt unterwegs und haben gerade bei Starbucks einen Kaffee getrunken als sich zwei Frauen neben uns gesetzt haben, die beide einen Cake Pop in der Hand hatten. Die gibt es jetzt bei Starbucks und mein Lieblingsbarista dort, der mir manchmal einen Kaffee ausgibt oder einen Muffin schenkt hat mich davon auch schon einen probieren lassen. Er sagte, das sei eine Spezialität aus den USA, das wird den armen Barista offensichtlich aus der Kaffeezentrale so vorgegeben. Bakerella sagte ihm aber nichts :o)


Soweit so langweilig, spannend wurde es erst, als eine der beiden Frauen eine Kamera auspackte und anfing, die Cake Pops zu fotografieren. Ich habe hin und her überlegt, ob ich die kenne und ob sie vielleicht auch eine Bloggerin ist, habe mich aber dann doch nicht überwinden können, sie anzusprechen. Die Situation war aber sehr lustig, denn die Frau hat auch gemerkt, dass ich sie ständig anstarre (ich hoffe, sie hat keine Angst gehabt), hat aber auch nichts gesagt. 


Die Frage wird mich aber wohl nicht mehr loslassen. Also, liebe junde Frau, falls Du das liest und Dich wiedererkennst (wer macht wohl sonst schon in Köln bei Starbucks Fotos mit einer Spiegelreflexkamera von zwei Cake Pops ...) dann lass doch mal von Dir hören.

 

Alles Liebe
Schokolia

Sonntag, 3. April 2011

Der Frühling wird bunt ...


Nach den Torten an den beiden vergangenen Wochenenden war es mal wieder Zeit für Cupcakes, fand ich. Außerdem spukte mir schon die ganze Woche das Bild von einem sahnigen Nougattopping im Kopf rum. Ich musste also gar nicht lange überlegen sondern habe mich recht spontan für einfache Muffins mit Schokoladenstückchen und Knusperbällchen im Teig und einer Nougathaube entschieden. Das Grundrezept für Muffins habe ich schon häufiger gemacht und unterschiedlich abgewandelt. Das Rezept ist universell einsetzbar, scheint mir, denn es hat bisher immer gut geklappt.


Ich habe das erste Mal M&M's verbacken und war daher entsprechend gespannt, ob es so werden würde, wie ich mir in meiner Schlaraffenlandvorstellung gedacht habe. Die erste Abweichung hat sich jedoch schnell gezeigt: Die Kügelchen färben bei Feuchtigkeit ab, d.h., der Teig muss fix in die Förmchen, sonst hat man die Farbe nur noch im Teig, aber nicht mehr am Knusper. 


Ich hatte natürlich das Bild von einem Cupcake mit lustig bunten Kugeln im Teig im Kopf, passend zu Ostern. Dies hat also schonmal nicht ganz geklappt. Ansonsten ist es aber eine schöne Abwandlung, denn die M&M's bleiben weitestgehend ganz und sorgen für interessante Knuspereffekte im Muffin.
So sieht das Zwischenergebnis nach dem Backen aus und es ist auch ohne Topping schon sehr lecker. 


Ich glaube, das nächste Mal werde ich nach Knusperkugeln ohne Farbe gucken, aber die Idee gefällt mir und kann weiter verfolgt werden.
Um dem ganzen aber die Krone aufzusetzen, habe ich aus 100g Nougat und 100g Sahne eine Ganache hergestellt und nach dem Abkühlen aufgeschlagen. Das ganze kam für einige Stunden in den Kühlschrank und konnte dann auch gut auf die Muffins gespritzt werden. Auch hier muss man sich beeilen, denn das Topping wird durch die Handwärme schnell zu weich zum spritzen. 


Mein Liebster hat es mit einem Banjo in Cremeform verglichen, falls jemand von euch diesen Riegel noch kennt. In dem Zusammenhang, gibt es Banjo eigentlich noch? Und gibt es irgendwo noch einen Kioskbesitzer oder -angstellten, der auf "ein Raider, bitte" den richtigen Riegel greift?
Das Nougattopping ist auf dem hinteren Cupcake auf den Bildern zu sehen, da ich aber nicht sicher war, ob es fest genug werden würde, habe ich noch schnell ein einfaches Schokoladentopping gemacht. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um einen gekochten Schokoladenpudding, der mit einigen Teelöffeln "echtem" Kakao und etwas Backpulver aufgeschlagen wird, aber ich bin mit dem Ergebnis noch nicht ganz zufrieden, daher feile ich noch etwas, bevor ich die Einzelheiten hier einstelle. Wenn ihr aber allzu neugierig seid, könnt ihr euch im Netz mal auf die Suche nach Zaubergries machen und dieses Prinzip auf Schokoladenpudding anwenden. Ich mag das Ergebnis gerne und fand den Geschmack auf auf dem Cupcake sehr gut, allerdings ist mir der Pudding diesmal nicht fest genug geworden.


Ich bin mit dem Versuch im Endeffekt aber sehr zufrieden und freue mich besonders über die schönen bunten Farbtupfer auf dem Cupcake und den Bildern. Passend zu Ostern, findet ihr nicht?

Alles Liebe
Schokolia


P.S. Welche M&M's mögt ihr am Liebsten und sind Smarties eine Alternative?

Sonntag, 27. März 2011

Hells Temptation


Es war mal wieder soweit. Nachdem ich mich in der letzten Zeit etwas zurück gehalten habe (zumindest gefühlt, eine Überprüfung der letzten Posts hält dem Eindruck seltsamerweise nicht stand), war die Zeit reif für den nächsten "richtigen" Schokoladenkuchen. Schokoladenkuchen in "richtig" und "falsch" zu unterteilen ist natürlich etwas schwierig, aber seitdem ich selber so viel mit Schokolade beschäftigt bin und vor allem damit backe, mag ich nicht mehr jede Art von Schokoladenkuchen. Viele sind mir einfach zu wenig schokoladig und zu langweilig. Die Meßlatte für mich ist eigentlich immer der Schokoladentrüffelkuchen von Starbucks. Das ist der beste Schokokuchen, den ich bisher gegessen habe. Allerdings hat ein Stück davon auch genug Nährwert für einen Tag. Also eher nichts für den kleinen Hunger zwischendurch.
Naja, auf dem Weg zum Traumkuchen bin ich auf jeden Fall über dieses Rezept gestolpert, das natürlich direkt in die to-bake-List gewandert ist. Dieses Wochenende war es also soweit und ich gebe zu, ich habe mich schon seit Mitte der Woche darauf gefreut.



Ein Rezpet, das mit dem Schmelzen von Schokolade und Butter anfängt, kann ja auch nur gut werden.
Den fertig angerührten Teig habe ich wieder in meine Kinderbackform gefüllt. Ich habe ein Viertel der Menge gemacht, aber wie man sieht, ist der Teig schon vor dem Backen höher als die Form. In dem Moment war ich doch kurz skeptisch, ob das wohl alles so klappt, wie gedacht, aber ich letztlich hat das Vertrauen in den Teig überwogen. 


Und zu Recht, wie sich nach dem Backen zeigen sollte.
Während der Kuchen im Ofen war, habe ich schon einmal die Ganache für die Füllung angerührt. Ich habe mich dabei nicht ans Rezept gehalten, sondern die Sahne einmal aufgekocht und über die gehackte Schokolade gegeben und dann, nachdem ich daraus eine glatte Masse gerührt habe, die Butter zugegegen und eingerührt.


So mache ich Ganache immer und hatte bisher keine Schwierigkeiten. Ich bin nicht sicher, ob das Rezept möchte, dass die Ganache mit einem Rührgerät aufgeschlagen wird und so luftiger und voluminöser wird, auf den Fotos kann ich das nicht erkennen, aber da ich ja den Starbucks Kuchen nachbauen möchte, habe ich mich an mein Original gehalten und sie nicht aufgeschlagen.
Nach ca. 30 Minuten war der Kuchen fertig und hat mich aus dem Backofen fast angesprungen. Zumindest hatte ich diesen Eindruck als ich ihn rausgeholt und gesehen habe, dass der Kuchen nun mehr als doppelt so hoch wie die Form war. 


Ein Prachtstück, oder was meint ihr?
Wobei, wartet mal, ich packe ihn mal aus:


So, jetzt kann man gut sehen, wie hoch er geworden ist.
Ich konnte es kaum abwarten, bis der Kuchen soweit abgekühlt war, dass ich ihn teilen und füllen konnte. Und ich kann euch auch schon sagen, dass der Kuchen so gut schmeckt, wie er aussieht.


Ich hatte auf jeden Fall nach dem Aufschneiden direkt den Impuls, ein kleines Loch in eine Hälfte zu knabbern, konnte mich aber grade noch beherrschen und habe statt dessen eine ordentliche Portion Schokoladencreme auf den unteren Teil gegeben und glatt gestrichen. Nachdem ich den Rest der Ganache aussen verteilt habe und den fertigen Kuchen gesehen habe, hatte ich nur noch einen Gedanken: "Was für eineSchokoladenbombe" :o)


Die Hälfte des Kuchens haben mein Liebster und ich direkt gegessen. Und ich muss sagen, die Rezensenten bei Chefkoch haben recht. Der Kuchen ist massiv schokoladig und nicht furchtbar süß. Wer es also lieber richtig süß mag, kann mehr Zucker in den Teig geben oder eine Schokolade mit weniger Kakaogehalt nehmen. Ich habe ungefähr die Hälfte 75%ige Schokolade genommen und die andere Hälfte 50%ige.


So, ich genieße jetzt erstmal meinen posttortigen Zuckerrausch und freue mich vor auf das nächste Stück...

Alles Liebe
Schokolia


P.S. Wenn ihr euch das Rezept bei Chefkoch anschaut und die Fotos mit meinen Bildern vergleicht, kann euch auffallen, dass meine Bilder den Anschein erwecken, ich hätte deutlich mehr Ganache verbraucht als die Chefkoch-Bäcker. Nun, dieser Eindruck täuscht natürlich auch nicht, ich habe wie oben schon erwähnt ein Viertel des Teigrezepts gemacht, aber die Hälfte der Ganache. Wenn schon, denn schon, oder??
P.P.S. Was den Vergleich mit der Torte von Starbucks angeht, es wird wärmer :-) Der Teig könnte noch etwas kletschiger sein und die Trüffelmasser noch kompakter aber Ähnlichkeit ist auf jeden Fall vorhanden. 



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