Mittwoch, 8. September 2010

Holterdipolter

Das Hochzeitsfieber ist nun endgültig ausgebrochen, nachdem wir am vergangenen Samstag unseren "Nicht-Polterabend" gefeiert haben. Wir haben eine Schützenhalle bei uns in der Gegend gemietet, bei der man aber leider nicht poltern darf, daher haben wir unsere Gäste gebeten, keinen Polterkram mitzubringen. Es war ein schöner Abend, den wir mit leckerem Essen und netten Gästen verbracht haben. Im Gegensatz zur Hochzeit haben wir den Polterabend selber organisiert. Das Essen haben wir entweder selber gemacht oder von unseren Gästen mitbringen lassen und der Getränkeausschank wurde ebenfalls von unserer Familie übernommen. Dies ist ein bewährtes Prinzip meiner Familie bei großen Feiern und hat auch dieses Mal wieder gut geklappt. 


Mir hat es natürlich am meisten Spaß gemacht, die Herzen aus Mäusespeck in den Schälchen zu verteilen. Sind die nicht süß? Ich konnte einfach nicht daran vorbei gehen und tatsächlich ist der ganze Weingummikram fast restlos verputzt worden.

Wir hatten für einen Polterabend, der ja in der Regel eher rustikal ausgerichtet wird, eine umfangreiche Buffetauswahl. Es gab natürlich die klassischen belgten Brötchen, daneben aber auch noch diverse andere Leckereien wie Blätterteigtaschen, die mit verschiedenen Dingen gefüllt waren. 


Diese Taschen hat meine Cousine am Vortag gemacht und abends bei meinen Eltern vorbei gebracht, weil sie selber erst später zum Polterabend kommen konnte. Irgendwo in dieser Transportkette sind die Zettel vertauscht worden bzw. abhanden gekommen, auf denen die Füllungen vermerkt waren, so dass ein lustiges Ratespiel entstand. In den Taschen, in denen ich Hackfleisch vermutet habe, war Lachs und in denen, bei denen wir überhaupt keine Ahnung mehr hatten, Schokolade. Ich weiß nicht, ob sich jemand das zum Käsebrötchen genommen hat, aber die Idee gefällt mir. 


Außerdem gab es noch Käseröllchen auf Pumpernickel, 


herzhafte Muffins, 


Hefegebäck mit Käse, Brot mit Hackfleisch gebacken, Käsepralinen und Mini-Quiches in zweierlei Ausführungen. Da ich nicht alles selber gemacht habe, kann ich nicht auf alle Rezepte verlinken, aber zumindest gibt es hier die herzhaften Muffins, hier die Käsepralinen und hier die Mini-Quiches.

Der absolute Höhepunkt und letztendlich einziger Tagesordnungspunkt, der es neben der allgemeinen Buffeteröffnung zur Mikrofonansage gebracht hat, war natürlich der Kuchen, den meine Mutter gemacht hat.


Ist der nicht eindrucksvoll?
Dieser Kuchen hat in meiner Familie schon eine lange Geschichte, die in meiner Kindheit begann. Meine Mutter hat immer wieder eine Charlotte Royal mit Brombeerfüllung gemacht und weil ich die Torte aufgrund der Farbe so schön fand, habe ich lange gequengelt, dass meine Mutter den Kuchen in der größten Schüssel machen soll, die wir zu Hause hatten. Sie hat sich allerdings nicht erweichen lassen und nach vielen Fragen und Quengeleien habe ich mich von meiner Mutter vertrösten lassen und sie hat mir versprochen, dass dies mein Hochzeitskuchen wird, wenn ich mal heirate. Ich glaube, als ich so danach gefragt habe, war ich ca. 8 Jahre alt, aber genau weiß ich das nicht mehr.
Als wir meinen Eltern von unserer Verlobung erzählten, hat meine Mutter aber gleich ihr altes Versprechen wieder aufgefrischt und mir endlich die gewünschte Mega-Charotte in Aussicht gestellt, natürlich in genau der Schüssel gemacht, die ich mir als Kind gewünscht hatte.
Ich finde es klasse, dass meine Mutter das überhaupt noch wusste und dann auch tatsächlich eingelöst hat, denn dieser Kuchen ist eine geiwchtige Sache. Neben 4 Bisquitrollen sind ausserdem knapp 2 Liter Sahne und ebensoviel Brombeersaft enthalten und der gesamte Kuchen wiegt ca. 8 kg.


Der Anschnitt war entsprechend anspruchsvoll. Wie man sieht, waren wir nicht schüchtern und haben uns ein ordentliches Stück gesichert. Aber selbst für uns beide war es zu viel, wir haben das Stück nicht aufgegessen bekommen. Der Kuchen ist letztendlich aber bis auf ein kleines Stück gegessen worden und hat viele lobende Stimmen erhalten. Danke nochmal, Mama, dass Du Dich daran noch erinnert hast und dass Du den Kuchen auch tatsächlich gemacht hast!


Nach diesem tollen Auftakt freuen wir uns schon auf die eigentliche Hochzeit und können es kaum noch erwarten.

Alles Liebe
Schokolia

Kommentare:

Sascha hat gesagt…

Es war ein sehr schöner Abend und ich freue mich auch schon sehr auf Freitag. Schade, dass doch so viel vom leckeren Essen übriggeblieben ist. Die Torte war echt der Hammer. Nochmal viele Grüße an Deine Mama, ich hab sie genossen :-)

Anonym hat gesagt…

...besonders in Erinnerung geblieben ist der Überraschungseffekt der "irgendeine Füllung" Taschen...ich habe etwas herzhaftes erwartet und beiße in Banane und Schokolade. Interessant, wie sehr der Kopf das "zu erwartende" Geschmackserlebnis beeinflusst....

LG
Sylvia

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